Segelflug

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Segelfliegen, fliegen wie die Vögel

Von allen Flugsportarten kommt der Segelflug dem Flug eines Vogels am nächsten. Dieses Gefühl bestätigt sich spätestens beim gemeinsamen Kreisen mit einem Bussard im Aufwind. Genauso wie der Raubvogel versucht auch der Segelflieger dabei an Höhe zu gewinnen, wobei dieser neidvoll eingestehen muss, nicht für solche Herausforderungen geschaffen zu sein. Trotzdem bleibt das Erfahren der Natur ein unvergessliches Erlebnis!

Foto aus dem Cockpit

Definition Segelflug

Beim Flug ohne Motor muss Energie von Aussen bezogen werden. Dies geschieht beim Start vorwiegend durch den Schlepp, wobei ein Motorflugzeug das Segelflugzeug an einem Seil in die Höhe zieht. Es gibt jedoch auch den so genannten Windenstart, bei dem das Segelflugzeug durch ein Windenfahrzeug gestartet wird.
In der Luft, wenn das Segelflugzeug auf sich selbst gestellt ist, wird mittels Aufwind die Höhe gehalten oder gesteigert. Grundsätzlich geht es beim Segelfliegen darum, potentielle Energie (Energie der Lage) in kinetische Energie (Energie der Bewegung) umzuwandeln, wobei eine Vorwärtsbewegung resultiert - das Flugzeug segelt. Segelflugzeuge werden in der Schweiz mit Registrierung HB-xxxx versehen (Schweizerisches Hoheitszeichen, gefolgt von vier Zahlen).

Segelfliegen ist ein Sport und obwohl man sich oftmals alleine an Bord befindet, ist es zu 100% eine Teamsportart. Es beginnt mit dem Zusammensetzen oder dem Bereitstellen des Flugzeugmaterials, geht weiter mit der Flugzeugabfertigung und der Starthilfe. Ohne die „Fliegerkumpane“ wäre dieser Sport nicht ausführbar. Absolut zentral ist dabei, dass Segelfliegen oft noch in Vereinssache ist und ehrenamtlich erfolgt; also auch die Schulung durch die Flugausbilder sowie die ganze Administration. Der Segelflieger kommt also nicht einfach nach Lust und Laune auf den Flugplatz und verschwindet wieder wenn es ihm passt. Nein, man ist sich gegenseitig zur Unterstützung verpflichtet.

Erwerb einer Lizenz

Die Ausbildung zum Segelflugpiloten kann bereits mit 15 Jahren angetreten werden, wobei man einen Lernausweis beantragen muss. Für diejenigen, die sich nicht schon von Beginn weg sicher sind, ob sie diesen Sport erlernen möchten, gibt es die Möglichkeit 20 Schnupperflüge ohne Lizenz zu absolvieren, welche dann aber vollumfänglich angerechnet werden können.
Die Grundausbildung umfasst dabei eine theoretische und praktische Ausbildung. Der praktische Ausbildungsteil beginnt am Doppelsteuer, wobei nach ca. 40-50 Flugstunden der erste Alleinflug erfolgt. Nach insgesamt 70-80 Instruktionsflügen und Absolvierung eines vorgegebenen Ausbildungsprogramms erfolgt der Antritt zur Praktischen Prüfung.

Die theoretische Ausbildung setzt sich aus den folgenden sieben Fächern zusammen:

  • Luftfahrtrecht
  • Allgemeine Luftfahrtkenntnisse
  • Menschliches Leistungsvermögen
  • Meteorologie
  • Navigation
  • Grundlagen des Fluges
  • Seit 1997 gilt auch der Nachweis von Radiotelefoniekenntnissen (englisch oder deutsch) als obligatorisch.

Diese Fächer beschränken sich in ihrem Inhalt vor allem auf die Relevanz für den Segelflug.

Der Erwerb des Segelflugausweises erfordert demnach das Bestehen der praktischen wie auch theoretischen Prüfung. Das Mindestalter für den Erwerb der Lizenz ist bei 16 Jahren angesetzt.
Gemäss Segelflugverband der Schweiz (SFVS) ist für die Ausbildung mit Kosten von CHF 4000.- bis CHF 8000.- zu rechnen.

Erneuerung der Lizenz

Für die Erneuerung der Lizenz Für die Erneuerung sind in den letzten 24 Monaten wenigstens 12 Flugstunden und 12 Landungen auf Segelflugzeugen oder Motorseglern nachzuweisen, wovon wenigstens 6 Flugstunden und 6 Landungen in den letzten 12 Monaten. Motorflugleistungen können bis zur Hälfte an die vorgeschriebenen Flugleistungen angerechnet werden.

Die genauen gesetzlichen Bestimmungen über das Erlangen des Segelflugausweises und über die Ausbildung können auf der Webseite des Bundesamtes für Zivilluftfahrt [BAZL] gefunden werden.

ASK 21 am Start

Weiterbildungsmöglichkeiten

Es bestehen folgenden Weiterbildungsmöglichkeiten:

  • Durchführung von Windenstarts und Selbststarts
  • Lizenzerweiterung Passagierflug, Kunstflug, Wolkenflug, Motorsegler
  • Weiterbildung im Leistungs- und Wettkampfsegelflug
  • Kunstflug
  • Internationales Leistungsabzeichen der FAI (Féderation Aéronautique Internationale)
  • Ausbildung zum Fluglehrer

Weitere Informationen unter www.segelfliegen.ch

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zum Anfang Stand 21.10.2009 © 2009 AFG