Modellflug

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Modellfliegerei

Die Geschichte der Modellfliegerei lässt sich bis an den Beginn des 20. Jahrhunderts zurückverfolgen. So veranstaltete beispielsweise bereits im Jahre 1905 der französische Aeroclub einen Wettbewerb für Modellflugzeuge, wo Gleitflugzeuge und gummimotorbetriebene Modellflieger zugelassen waren. Ein grosser Sprung nach vorne gelang 1916, als der erste Verbrennungsmotor konstruiert und gebaut wurde. In den Jahren nach dem ersten Weltkrieg erfuhr der Modellflug durch neue Erkenntnisse in der Aerodynamik und Motortechnik einen heftigen Aufschwung. Folgende Bilder zeigen die Anfänge einer Modellfluggruppe in den 1940er Jahren:

Modellflug frueher alte Modellflugzeuge

Arten des Modellflugzeugens

Fortan gewann der Modellflugsport an bis heute zunehmender Popularität. Aus den 1-Kanal-Tipp-Fernsteuerungen sind heute längst digital und proportional arbeitende Computeranlagen mit vielen Speicherfunktionen und elektronischen Mischern geworden. Die Vielfalt der Flugmodelle kennt kaum Grenzen. So gibt es neben den klassischen Verbrennungsmotor-Flugzeugen die immer stärker an Anklang findenden Elektro-Flieger, welche insbesondere in den letzen zwei Jahren durch die verbesserte Brushless-Antriebstechnik mit modernen Lipo-Batterien eine enorm hohe Effizienz im Vergleich zu Verbrennungsmotoren zu Tage legen. Vorteilhaft hierbei ist sicher die niedrige Lärmbelästigung der E-Motoren, weshalb auch oft nahe von Quartieren auf einem freien Feld geflogen werden kann.

Modellsegelflugzeug

Des Weiteren sind im Modellflug Jets anzutreffen, welche oft ganz scale-mässig mit Strahlturbine oder Impellerantrieb ausgestattet sind.

Impellermodell

Was die Modellflieger den Orignalen vorweg haben, ist ein deutlich grösseres Leistungsspektrum, das im Flug durch sogennannte "unrealistische Flugmanöver" voll ausgekostet werden kann. Ein Beispiel stellt etwa das "hoovern" dar, was soviel wie "am-Motor-wie-ein-Heli-hängen" übersetzt werden kann.

Steuerung

Ein ferngesteuertes Modell zu fliegen erfordert einiges an Konzentration und motorischen Fähigkeiten. Dies insbesondere, weil der Pilot nicht im Flugzeug sitzt und die Flugbewegungen demgemäss nicht am eigenen Leibe spüren kann. Die Fluglage des Modells muss jederzeit richtig erkannt und Korrekturen müssen in Bruchteilen einer Sekunde über die Feinmotorik der Hände auf die Steuerknüppel übertragen werden. Die Zeit für die Umsetzung ist ebenfalls bei der Fluglagenkorrektur des Modells zu berücksichtigen. Wenn man bedenkt, dass je nach Flugrichtung und -lage die Steuerung auch noch umgekehrt wirkt (man muss sich immer ins Flugzeug hineindenken), so erkennt man schnell, dass der Modellflug im Gegensatz zum "richtigen Fliegen" gewisse Tücken mit sich bringt. Dennoch sollte es im Regelfall möglich sein, dass jeder am Modellflugsport Interessierte das Modellfliegen erlernen kann. Ratsam, um Enttäuschungen vorwegzunehmen, ist sicherlich der Beizug eines erfahrenen Modellflugpiloten bei den ersten Gehversuchen mit einem eigenen Modell. Oftmals bieten lokal ansässige Modellfliegerklubs hierzu sogar spezielle Schulungen für Neueinsteiger an. Dabei werden dann zwei Fernsteuerungen vernetzt und der Fluglehrer kann so immer in das aktuelle Geschehen eingreifen.

Kosten

Für den Einstieg bieten etliche Modellbauhersteller so genannte "Packages" an, die das fertig gebaute Modell, die RC-Elektronik, ein Akkuladegerät mit Akku und Fernsteuerung beinhalten. Obwohl hier am Material des Modellflugzeugs und der Ausbaufähigkeit der Elektronik oft grosse Kompromisse eingegangen werden, kann der Interessierte durch vergleichsweise niedrige Kosten ein eigenes Modell mit komplettem Zubehör erwerben und so erste Erfahrungen im Modellflugsport sammeln. Auch fällt das Zusammenbauen und Bespannen des Modellflugzeuges bei diesen Komplett-Packages weg, was früher ein immenser "Zeitfresser" war. Als Einsteigermodelle haben sich nebst den klassischen Trainermodellen die elektromotorbetriebenen Segler, welche auch in lärmempfindlichen Gegenden geflogen werden können, etabliert.

Für den Einstieg in den ferngesteuerten Modellflug muss mit ca. 400 bis 800 Franken "Startkapital" gerechnet werden, da nebst dem Flugzeug beim Erstkauf auch noch die Fernsteuerung und das Akkuladegerät gekauft werden müssen. Im Unterhalt ist das Ganze um etliches günstiger, insbesondere bei Elektro-Modellen fallen bei "gutem Flugstil" praktisch keine Kosten mehr an.
Nach oben gibt es aber keine Grenzen: Sei es nun eine komplizierte Helikoptermechanik mit Autopilotähnlichen Kurskreiseln oder eine Miniaturturbine; fast alles ist möglich.

Wie bei allen Freizeitaktivitäten gilt auch hier, dass man sich Zeit für dieses interessante und facettenreiche Hobby nehmen muss, was für etliche Gestresste doch auch schon eine schier unüberwindbare Herausforderung in der heutigen Wettbewerbsgesellschaft sein kann.

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zum Anfang Stand 21.10.2009 © 2009 AFG