Kunstflug

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Normales Fliegen zu langweilig? Dann ab zum Kunstflug!

"Man muss lebensmüde sein, um sich so vom Himmel zu stürzen!"

…diese populäre Meinung über den Kunstflug entspricht kaum der Wahrheit. Vielmehr ist genau das Gegenteil der Fall: Kunstflug ermöglicht dem Piloten eine Verbesserung seiner fliegerischen Fähigkeiten und hilft ihm, in einer ungewöhnlichen Fluglage die richtigen Massnahmen ergreifen zu können.

Kunstflug

Definition

Der Kunstflug ist eine Form des Sportfluges, bei der Flugbewegungen, -figuren und -beschleunigungen geflogen werden, die für den Normalflug nicht erforderlich sind. Kunstflug-Programme bauen auf verschiedenen Grundfiguren wie Rolle, Rückenflug, Trudeln, Looping, Messer- und Rückenflug auf.
Grundsätzlich kann man zwischen dem wettbewerbsorientierten, "reinen" Kunstflug und dem zuschauerorientierten, "spektakulären" Kunstflug unterscheiden. Bei der "reinen" Form des Kunstfluges geht es um fliegerische Präzision, weshalb die Wettkämpfe für Laien oft nicht interessant sind. Bei der zweiten, "spektakulären" Form geht es darum, ein für die Zuschauer möglichst eindrucksvolles Programm zu fliegen. Diese Art des Kunstfluges wird an Airshows zelebriert.

Wettbewerbsorientierter Kunstflug

Es gibt zahlreiche Kunstflug-Wettkämpfe, sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene. Die meisten dieser Veranstaltungen finden nach den Regeln der Dachverbände CIVA und FAI statt. Aufbauend auf den Grundfiguren wird in der Regel ein Pflichtprogramm geflogen, worauf eine Kür folgt. Der Abschluss von Wettkampfveranstaltungen bildet oftmals der "4' Freestyle", wo die besten Piloten vier Minuten lang ihr Können anhand von frei wählbaren Figuren demonstrieren können.
Notiert werden die Figuren mittels der Aresti-Symbolschrift, mit welcher beinahe jede Kunstflugfigur dargestellt werden kann.
In der nachfolgenden Abbildung ist eine kubanische 8 notiert (2 x ¾-Looping mit halben Rollen):

Kunstflugfigur

Die Figuren erhalten ausserdem einen Schwierigkeitsgrad (K-Wert). Je anspruchsvoller die Figur, desto höher der K-Wert; die Richter vergeben dann für die geflogene Figur eine Punktzahl, welche mit dem K-Wert multipliziert wird. Das Produkt ist die erreichte Punktzahl für die Figur.

Ausbildung

Die Anforderungen an die Kunstflugausbildung sind national geregelt. Als Grundlage für die Kunstflugerlaubnis muss eine Privatpilotenlizenz vorliegen. Der angehende Kunstflugpilot sollte einen guten Orientierungssinn, einen stabilen Kreislauf und ein gutes Koordinations- und Konzentrationsvermögen mitbringen. Die Ausbildungszeit beträgt - je nach Begabung - 6 bis 10 Stunden, worauf einem Experten des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (BAZL) ein Programm vorgeflogen werden muss.

Flugzeuge

Kunstflug kann sowohl auf Segel- als auch Motorflugzeugen durchgeführt werden. Die Flugzeuge müssen jedoch für den Kunstflug speziell zertifiziert sein. Bei Motorflugzeugen ist es insbesondere wichtig, dass auch bei Manövern mit negativen Beschleunigungen ein konstanter Benzinfluss sichergestellt wird, wofür oftmals "Rückenflugtanks" eingebaut werden müssen.
Zahlreiche Segelflugzeuge sind für den Kunstflug zugelassen:

Segelflug Kunstflugzeuge

Als "Ferrari" der Motorkunstflugzeuge gilt die weit verbreitete Suchoj Su-26, welche mit einem 268 kW starken Sternmotor ausgerüstet ist und das 10fache der Erdbeschleunigung aushält.

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zum Anfang Stand 21.10.2009 © 2009 AFG