Normales Fliegen zu langweilig? Dann ab zum Kunstflug!"Man muss lebensmüde sein, um sich so vom Himmel zu stürzen!" …diese populäre Meinung über den Kunstflug entspricht kaum der Wahrheit. Vielmehr ist genau das Gegenteil der Fall: Kunstflug ermöglicht dem Piloten eine Verbesserung seiner fliegerischen Fähigkeiten und hilft ihm, in einer ungewöhnlichen Fluglage die richtigen Massnahmen ergreifen zu können.
DefinitionDer Kunstflug ist eine Form des Sportfluges, bei der Flugbewegungen, -figuren und -beschleunigungen
geflogen werden, die für den Normalflug nicht erforderlich sind. Kunstflug-Programme bauen auf
verschiedenen Grundfiguren wie Rolle, Rückenflug, Trudeln, Looping, Messer- und Rückenflug
auf. Wettbewerbsorientierter KunstflugEs gibt zahlreiche Kunstflug-Wettkämpfe, sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene. Die
meisten dieser Veranstaltungen finden nach den Regeln der Dachverbände CIVA und FAI statt. Aufbauend
auf den Grundfiguren wird in der Regel ein Pflichtprogramm geflogen, worauf eine Kür folgt. Der Abschluss
von Wettkampfveranstaltungen bildet oftmals der "4' Freestyle", wo die besten Piloten vier Minuten
lang ihr Können anhand von frei wählbaren Figuren demonstrieren können.
Die Figuren erhalten ausserdem einen Schwierigkeitsgrad (K-Wert). Je anspruchsvoller die Figur, desto höher der K-Wert; die Richter vergeben dann für die geflogene Figur eine Punktzahl, welche mit dem K-Wert multipliziert wird. Das Produkt ist die erreichte Punktzahl für die Figur. AusbildungDie Anforderungen an die Kunstflugausbildung sind national geregelt. Als Grundlage für die Kunstflugerlaubnis muss eine Privatpilotenlizenz vorliegen. Der angehende Kunstflugpilot sollte einen guten Orientierungssinn, einen stabilen Kreislauf und ein gutes Koordinations- und Konzentrationsvermögen mitbringen. Die Ausbildungszeit beträgt - je nach Begabung - 6 bis 10 Stunden, worauf einem Experten des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (BAZL) ein Programm vorgeflogen werden muss. FlugzeugeKunstflug kann sowohl auf Segel- als auch Motorflugzeugen durchgeführt werden. Die Flugzeuge müssen
jedoch für den Kunstflug speziell zertifiziert sein. Bei Motorflugzeugen ist es insbesondere wichtig, dass
auch bei Manövern mit negativen Beschleunigungen ein konstanter Benzinfluss sichergestellt wird, wofür
oftmals "Rückenflugtanks" eingebaut werden müssen.
Als "Ferrari" der Motorkunstflugzeuge gilt die weit verbreitete Suchoj Su-26, welche mit einem 268 kW starken Sternmotor ausgerüstet ist und das 10fache der Erdbeschleunigung aushält.
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| zum Anfang | Stand 21.10.2009 © 2009 AFG |
