Fallschirmspringen

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Fallschirmspringen oder Skydiving

Jeder von uns hat schon einmal in einem Flugzeug gesessen. Jeder von uns kennt dieses beeindruckende Gefühl, wenn man beim Abheben in den Sitz gedrückt wird. Dann folgt, was Reinhard Mey besingt und als grenzenlose Freiheit beschreibt: "Über den Wolken…" Doch wenige, sich den fliegerischen Leistungen der Piloten anvertrauende Passagiere, haben je das Gefühl verspürt, den "fliegenden Boden" unter den Füssen zu verlieren. Noch zuvor hat sich der Köper sicher und gemütlich in den Sitz des Flugzeugs geschmiegt. Jetzt plötzlich, wenn der Fallschirmspringer den "sicheren Boden" verlässt, findet er sich der unbegrenzten Freiheit ausgesetzt. Sein Körper ist nun das Fluggerät; und nichts hält ihn auf.

Es ist das einzigartige Gefühl und nicht zuletzt die Suche nach der ultimativen Herausforderung, welche den Menschen dazu bewegt, solch kontrollierte Risiken einzugehen, wie etwa den Sprung aus einem Flugzeug. Etwas in deinem Kopf will dich davon abhalten dieses Wagnis einzugehen. Und trotzdem überwindest du dich und durchbrichst diese Barriere. Du nimmst all deinen Mut zusammen, schenkst deinen Beinen noch einmal Kraft und drückst dich weg vom fliegenden Flugzeug. Dafür wird Dir ein Erlebnis geschenkt, an das du dich den Rest deines Lebens erinnern wirst!

Der Freie Fall vermittelt einem den Eindruck unbegrenzter Freiheit. Auch wenn das Erlebnis innert Sekunden vorbei ist, erfährt nach erfolgreicher Landung jeder auf seine Weise ein Glücksgefühl, welches in seiner Erinnerung noch lange anhält.

Definition Fallschirmspringen

Fallschirmspringen ist eine Luftsportart, bei der man in großer Höhe aus einem Flugzeug springt und den Fall gegen Ende durch das Öffnen eines Fallschirms abbremst. Es können dabei Geschwindigkeiten bis zu 400 km/h erreicht werden. Daneben gibt es auch die militärische Nutzung des Fallschirmspringens. Insbesondere zur Aufklärung im feindlichen Terrain.
Wie bei anderen konventionellen Flugsportarten gilt auch hier die Regel der Aerodynamik und mehr noch die der Erdanziehung. Beim Fallschirmspringen ist der eigene Körper das Fluggerät. So können durch das beliebige Verändern der Körperhaltung, die Flugrichtung und die Fallgeschwindigkeit beeinflusst werden und spektakuläre Flugmanöver praktiziert werden.

Ausbildung

Die Ausbildung zum Fallschirmspringer soll hier exemplarisch am Angebot von SykdiveGrenchen (www.skydivegrenchen.ch Stand: 14. Juni 2006) erklärt werden.Bei dieser Fallschirmspringergruppe ist zunächst ein Grundkurs zu absolvieren, bevor man mit der eigentlichen Ausbildung beginnen kann.

Es gibt folgende drei Grundkursmöglichkeiten:

AFF-Grundkurs: 7 Sprünge im Freifall in Begleitung von Fluglehrern. Dabei besteht das Ziel darin, Saltos, Drehungen und Vorwärtsbewegungen zu üben.
Dauer: Variante 1: So-Fr / Variante 2: 3 Wochenenden
Kursinhalt: 7 Sprünge mit Instruktoren aus 3800 m über Grund
Kosten: 2590 bis 2890 CHF / Wiederholungssprünge 130 bis 170 CHF/ Sprung

TAFF-Grundkurs: Hierbei handelt es sich um eine moderne Möglichkeit das Freifallgefühl zu entwickeln. Dies geschieht mit Hilfe eines Windkanals, wobei der Freifall simuliert wird. Nach diesem Training folgend dann noch 5 AFF-Sprünge (s.o.).
Dauer: Variante 1: So-Fr/ Variante 2: 3 Wochenenden
Kursinhalt: Windtunnel 30 min und 5 Sprünge mit Instruktoren aus 3800 m über Grund.
Kosten: 2690 bis 2890 CHF/ Wiederholungssprünge 130 bis 170 CHF/ Sprung; Es kommen noch die Kosten für den Windkanal dazu, welche auf Anfrage erfahrbar sind.

Reisleinen-Grundkurs: Dieser Grundkurs richtet sich an die Leute, die die ganze Sache etwas langsamer angehen möchten. Es werden zunächst 6 Sprünge an der Reisleine (der Fallschirm öffnet sich gleich nach dem Absprung) durchgeführt. Es folgen weitere 6 Sprünge bei denen die Reisleine selbst gezogen wird und man so stufenweise die Dauer des Freifalls erhöht.
Dauer: 6 Tage
Kursinhalt: 12 Reisleinensprünge 1500 m über Grund
Kosten: 1590 CHF

Nach dem Absolvieren eines Grundkurses kann mit der Ausbildung begonnen werden: Bei der Ausbildung wird der Schüler bis zum Erreichen der Lizenz weitergeschult. Dabei ist dies vom Erreichten Level des Schülers abhängig. Unter Aufsicht eines Instruktors (vom Boden aus, oder in Begleitung) wird ein Freifallprogramm durchgeführt, bis dieses vollendet und beherrscht wird.
Zusätzlich zur praktischen Prüfung, wird das Ablegen einer theoretischen Prüfung verlangt. Dabei werden folgende Fächer geprüft:

  • Aerodynamik
  • Meteorologie
  • Fallschirmkenntnis
  • Gesetzgebung
  • Sicherheit und Vorschriften.

Dauer der Ausbildung: 30-50 Sprünge

Weiterbildungsmöglichkeiten:

Bei der Skydive-Schule Grenchen werden folgende Weiterbildungen angeboten:

  • Safety Day
  • Canopy Flight Course
  • Bridge the Cap (Formationsspringen)
  • FreeFly School
  • Gruppen- und Einzelcoaching
  • Windtunnelcoaching

Wettkämpfe und Disziplinen

Zielspringen
In dieser Disziplin versucht der Skydiver bei der Landung einen vorgegebenen Zielpunkt am Boden möglichst präzise zu treffen.

Freestyle
Ein einzelner (oder mehrere Fallschirmspringer zusammen) absolviert im freien Fall möglichst viele, vorher festgelegte, exakte Figuren in möglichst sauberer Ausführung.

Freifallformation / RW (Relative Work)
Der Springer fällt bäuchlings und bildet mit anderen Springer Figuren im freien Fall.

Kappenformation / CF (Canopy Formation)
Unverzüglich nach dem Absprung öffnen die Springer ihre Fallschirme und bilden Formationen am geöffneten Schirm.

Freeflying
Der Springer fällt sitzend oder auf dem Kopf (Headdown).

Skysufing
Fallschirmsprünge mit einem an den Füssen befestigten "Surfbrett".

Swoopen
Hier wird kurz vor der Landung mit hoher Geschwindigkeit über dem Wasser geflogen. Ziel dabei ist, die Füße elegant über die Wasseroberfläche gleiten zu lassen.

Wingsuits
Hier können große Distanzen zurückgelegt werden, indem der Springer einen Wingsuit trägt, welcher zwischen.

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zum Anfang Stand 21.10.2009 © 2009 AFG